Spieleindrücke

Pixel Tactics No.1

Mal wieder ein Spiel im 8-Bit-Design, doch im Gegensatz zu Boss Monster, müssen wir hier eine Heldengruppe um unseren Anführer aufbauen und versuchen, den gegnerischen Anführer auszuschalten. Der Clou an Pixel Tactics ist, dass ein Held unterschiedliche Fertigkeiten besitzt, was davon abhängt, an welcher Position dieser sich in der Truppe befindet (Front, Flanke, Nachhut).

Pixel Tactics bringt zwei Decks, diverse Marker und natürlich eine Anleitung mit.

Spielvorbereitung?

Jeder Spieler hat ein identisches Deck, was aus 25 Heldenkarten besteht. Auf jeder Heldenkarte befindet sich auch auf den Kopf stehend ein Anführer, den man allerdings nur zu Spielbeginn aussucht. Dazu zieht jeder Spieler fünf Karten und wählt gleichzeitig und geheim einen Anführer, den man anschließend offen vor sich auslegt und mit ihm die Mitte seiner 3×3-Auslage bildet. Von nun an werden nur noch die Heldenseiten auf den Karten verwendet.

Ablauf einer Runde

In einer Runde führen die Spieler nacheinander jeweils zwei Aktionen für die Front (1. Reihe), anschließend für die Flanke (2. Reihe mit Anfüher) und zum Schluss für die Nachhut (3. Reihe) durch. Dabei besteht jede Reihe aus drei Kartenplätzen. Nach einer Runde wechselt der erste Spieler, sodass sein Gegner in der nächsten Runde seine beiden Aktionen zuerst ausführen darf.

Aufbau einer Heldentruppe.

Die Züge im Detail

Für eine Aktion darf man

  • einen Helden aus der Hand auf einen freien Platz der aktuellen Reihe spielen (Rekrutieren).
  • eine Karte aus der Hand auf den Ablagestapel legen und dessen Befehl (beiges Textfeld) ausführen.
  • mit einem Helden/Anführer der aktuellen Reihe angreifen (Nahkampf, Fernkampf, Zauber).
  • einen Helden aus einer beliebigen Reihe an eine andere freie Position bewegen.
  • eine Leiche (verdeckte Karte) aus einer beliebigen Reihe entfernen und auf den Ablagestapel legen.
  • eine Karte ziehen.

Die ersten drei Aktionen sind so genannte exklusive Aktionen, was heißt, dass man mit einem Helden immer nur eine dieser Aktionen durchführen kann, bis man die Reihe wechselt.

Tuppe mit einer Leiche in der Front.

Jeder Held oder Anführer, der in der kompletten Spalte vor sich keinen Helden liegen hat, ist Nahkampf fähig und darf einen beliebigen Nahkampf fähigen Helden bzw. Anführer der gegnerischen Truppen Schaden (roter Wert) zufügen.

Ein Fernkämpfer darf jeden Helden oder Anführer der gegnerischen Truppen Schaden zufügen, allerdings kann ein gegnerischer Held mit der Fähigkeit Abfangen diesen Schaden für alle Helden und Anführer hinter ihm in der Spalte auf sich nehmen.

Am Ende jeder Phase wird geschaut, ob ein Held mindestens so viel Schaden erlitten hat wie er Lebenspunkte (blauer Wert) besitzt. Tritt dieser Fall ein, so stirbt der Held und wird zu einer Leiche umgedreht, die von nun an den Platz blockiert. Besitzt ein Anführer mindestens so viel Schaden wie Lebenspunkte, so hat der Spieler mit diesem Anführer das Spiel verloren.

Anführer mit Schaden.

Mein Ersteindruck

Ich finde das Spiel wirklich sehr unterhaltsam. Jeder Held ist hat seine Stärken, die zusätzlich noch variieren, je nach dem wo man ihn ausspielt. So muss man gut überlegen, an welche Position man einen Helden legen möchte, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, das Helden hinter anderen Helden vor Nahkampfangriffen geschützt sind. Das gleich gilt natürlich auch für den Anführer, den man so gut es geht vor feindlichen Attacken beschützen möchte und nicht selten einen Helden mit der Fähigkeit Abfangen vor diesen legt. Diese Lücke möchte man immer geschlossen halten, denn sonst kann der Gegner mit seinen Nah- oder auch Fernkämpfern auf den Anführer ungehindert einprügeln. Durch das Versetzten bereits gespielter Helden kann man nicht nur andere Helden beschützen oder sich selbst hinter einem verstecken, sondern mach bringt sich vielleicht in eine günstige Position für den Nahkampf oder ändert sogar die Fertigkeit des Helden. Man kann an dieser Stelle also sehr gut taktieren.

Das Spielmaterial ist in einer guten Qualität und ich persönlich mag die riesigen Karten, die von der Größe an Loveletter erinnern.

Allerdings gibt bei Pixel Tactics auch ein paar Dinge, die mich wirklich sehr stören. Ein großes Problem ist die Balance der verschiedenen Anführer. Uns ist beim Spielen aufgefallen, dass einige Anführer das Spiel schnell kippen können, gerade die, welche zusätzliche Aktionsmöglichkeiten bieten. Zwar gibt es auch viele starke Befehle, aber die kann auch der Gegner im Laufe des Spiels ziehen und ausspielen. Ein Anführer bleibt und bis Spielende und kann nicht mehr ausgetauscht werden.
Eine andere Sache sind die Bilder der Helden. Nichts gegen die Optik, denn die ist wirklich sehr retro und schön gemacht, doch die Bilder sind mir persönlich zu klein gehalten, was der Vielzahl an Fertigkeitsboxen auf den Karten geschuldet ist. Das finde ich wirklich sehr schade, aber ich wüsste auch nicht, wie man es anders hätte machen können.

Sonst gefällt mir Pixel Tactis aber sehr gut und für den Preis von ca. 10 EUR (Stand 05/2019) kann man nun wirklich nicht meckern. Für das Spiel gibt es mittlerweile auch einige Erweiterungen mit neuen Helden, was es noch abwechslungsreicher macht.

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